Flugzeugtyp: Janus 18,2m
Startort: EDCQ Aschersleben 160m AMSL (bei Höhenmessereinstellung
Bodenwindrichtung: Südost in Aschersleben
Bodenwindstärke: ca. 15-20 km/h
Einstieg in die Welle/n: 1) Falkenstein nordöstlich Ballenstedt (Sekundärwelle)
2) zw. Quedlingburg u. Gernrode (Primärwelle)
Einstieg(e) aus: F-Schlepp
Einstieg(e) in Höhe: 1826m AMSL
Angetroffene Steigwerte: zunächst nur 0,2 bis 0,5 m/s bis 2000m AMSL, dann 0,5 bis 1 m/s bis 2500, dann 1 bis 2 m/s bis 2845m AMSL, dann 1,5 bis 0,3 m/s bis 3259m AMSL Erreichte Höhe(n): 1. Sekundärwelle: 3286m AMSL zwischen Seeland und Ditfurth 2. Primärwelle: 3428m AMSL über Gernrode
Ausdehnung des Steiggebietes: ortsfest über Falkenstein nordöstlich Ballenstedt bis Ditfurth (Sekundärwelle) Quedlingburg, Gernrode (Primärwelle)
Vermuteter Auslöser: südöstlicher Harz
Höhenwindrichtung(en): Südwest
Höhenwindstärke(n): ca. 50 bis 60 km/h
Temperaturangaben: laut DWD-Prognose nur ca. -5 Grad C
Als Wellenflug-Neulinge ließen wir uns recht hoch auf 1826m AMSL schleppen, zumal andere an diesem Tag trotz sehr schöner Lenti-Wellen-Optik in Ballenstedt landen mussten. Die Wilga 35 aus Aschersleben überwandt im Schleppzug mit unserem Vereins-Janus unseren schweren Doppelsitzer erstaunlich schnell in nur 17 min. die 1674m Höhenunterschied zwischen Aschersleben und dem Ausklinkort etwa 5km nordöstlich von Ballenstedt-Flugplatz bei Falkenstein. Auf Ballenstedt-Flugplatz zufliegend fanden wir zunächst nur 0,2 bis 0,5m/s sehr ruhiges laminares Steigen. Wir bewegten uns in etwa im luvseitigen Drittel einer großen und sehr hohen Wolke über uns. Oberhalb 2000m AMSL stieg das Steigen auf 0,5 bis 1 m/s an. Das anfänglich schwache Steigen kann auch auf unsere fehlende Wellenflugerfahrung zurückzuführen sein. Aus der gewonnen Höhe hatten wir langsam einen Überblick über eine große Föhnlücke, die ab etwa Quedlingburg nordostwärts ein weiteres Wellensystem markierte, deren Auslöser wir mit dem Brocken in Zusammenhang brachten. Die Lenti-Bewölkung der Primär- und Sekundärwelle war dort deutlich niedriger unter uns. Während die Sekundär-Lentis deutlich bauschiger und höherreichender aussah, waren die Primärlentis über dem Harzrand eher flach aber gleichmäßig geformt. Wir entschieden uns, zunächst das rechte Sekundär-System anzugehen und erreichten dort integrierte Steigwerte bis zu 2,1 m/s in etwa 2800m AMSL. Das von uns erfasste Steigen ließ dann auf 1,5 bis 0,3 m/s nach und wir stiegen bis auf 3286 m AMSL in der Sekundärwelle. Diese Höhe sollte reichen, um luvseitig in die Primärwelle zu fliegen.

Wie wir das in zahlreichen Berichten gelesen hatten, sahen wir uns nun mit starkem aber nicht extremen Sinken (bis etwa max. 3 m/s) konfrontiert. In komfortablen 2800m erreichten wir das erste Steigen der Primärwelle zwischen Thale und Gernrode. Hier ging es zuverlässig mit sehr konstantem 1 m/s Steigen bis auf 3428m AMSL. Oberhalb der Bewölkung über Niedersachsen konnte man gefühlte hunderte km weit schauen. Hin- und herfliegend half uns das PDA sehr, die Linie des besten Steigens zu erliegen. Am Ende hatten wir einen schönen Fotoflug mit Herbert und seiner LS6 bei schon tiefer stehender Sonne. Mit diesem ersten uns in größere Höhen führenden Wellenflug waren wir beide extrem beeindruckt von der Schönheit des Wellenfliegens. Wir möchten uns daher sehr herzlich bedanken bei unserem Schlepppiloten, dem Flugleiter und den Helfern in Aschersleben, bei Erland für die guten Prognosen, Jörg für die Organisation, bei der DFS für die Öffnung des Fensters und bei den anderen Piloten für helfende Hände und Worte.