Harzwellenflug am 26.10.2019

Wellen-Flugtag in Aschersleben am 26.10.2019

Die mittelfriste Wetterprognose zeigte das Potential für eine Wellenlage schon etwa ab Mitte der Woche. Nach kurzem Informationsaustausch mit Wolfgang Lieder war klar, das Ascherslebener Team steht für einen Flugbetrieb am Sa bereit. Die Bestätigung und Detailierung der Wellenprognose erfolgte dann von Carsten Lindemann und Wolfgang hat sie auf der Webseite gepostet.

Guter Hoffnung hatten sich dann am Sa 8 Piloten auf den Weg nach Aschersleben begeben.

Verglichen mit der idealen Windrichtung von 210 Grd kam der Wind zu weit aus Westen mit 240-250 Grd, allerdings war die stabile Luftschichtung und die Windgeschwindigkeit von ca 60-80km/h gut für die Wellenentwicklung.

Die Vorreiter des Tages waren 2 Eigenstarter, welche schon gleich nach dem Sonnenaufgang per Motor bis auf ca. 2000m stiegen. Nahe der Harzkante westlich Ballenstedt konnten sie mit dieser Höhe eine tragende Linie in Richtung Brocken erfliegen. Die Segelflugzeuge folgten im Prinzip dieser Strategie sich hoch an die Harzkante schleppen zu lassen. Ich startete als letzter und klingte allerdings schon nahe des Windparks bei Aschersleben aus. Ein schwaches ortsfestes Steiggebiet (0,2-0,6m/s) war im F-Schlepp erkennbar und es brachte mich im dann im Segelflug allmählich bis auf ca. 2600m.

 

Flugspuren und erflogene Wellen am 26.10.2019, die Strichstärke entspricht den Steigwerten

Erflogene Höhen

Temp Meiningen, trockene stabile Warmluft , in 4500m noch ca +3°C
Das Windfeld am 26.10.19, 9 Bft am Brocken
Start im Osten
Einstiegswelle ab 1300m bis 2600m am Windpark
Alle sind wieder gut gelandet
Abendstimmung mit Lentis
Für den Vorflug in Richtung Brocken war das schon mal eine gute Ausgangshöhe. Bei 70km/h Wind auf der Nase ist man allerdings schnell wieder unten, wenn man versehentlich in den abfallenden Teil einer Welle einfliegt. So erfuhren das dann auch 3 Piloten, welche die Steiggebiete in Brockennähe nicht erreichen konnten. Über Linien verminderten Sinkens wurde ich nordöstlich vom Stadtrand Wernigerode in ca 1900m wieder fündig. Eine schwache Welle mit ca 0,5-0,8 m/s erlaubte mir wieder Höhe zu tanken. Zu meiner Freude verbesserte sich das Steigen bis auf 1,2m/s und rechte hoch hinauf. Ich bin dann im Wellenfester aus dem noch aktiven Steiggebiet in 5150m abgeflogen.

Wolfgang hatte vorher schon die Freigabe für den Wellenraum bis FL200 von 12:00 bis 16:00 einholen können.

Nach dem zunächst doch eher mühevollen Aufstieg über 3 Std für 45km war mir jetzt der Sinn zum Strecke fliegen und das lief auch richtig flott. Mit ca 200km/h Groundspeed war das Wellenfester in SO Richtung schnell durchflogen. Auch in Gegenrichtung trotz 80km/h Wind auf der Nase, erfolgte ein Flug auf tragenden Linien ohne großen Höhenverlust.

Gute Steigzonen lagen nahe der Harzkante NW des Brockens noch im Wellenfenster. In der Brockenprimärwelle hatten einige Segler noch bessere Aufwinde erflogen, durften aber nicht über 3000m hinaus, da die Zone außerhalb des Wellenraums lag. Die von mir erflogene 2te Schwingung war vergleichsweise schwach aber verlässlich und hochreichend.

Rechtzeitig vor dem Schließen des Wellenraums konnte in der Sekundärwelle bei Weringerode auch 4U noch bis auf 6000m steigen.

Insgesamt verbesserte sich die Wellensituation zum späten Nachmittag und einige Lentis markierten nach Sunset dann das vorher im Blauen stattgefundene Aufwindspiel. Die Strecken an diesem Tag lagen zwischen 250km und 420km je nach Flugtaktik und Startzeit (siehe OLC und Einzelberichte bei www. Schwerewelle.de )

Insgesamt ein sehr interessanter Flugtag am Harz in den blauen Wellen der trockenen Warmluft.

Herzlichen Dank an das engagierte Ascherslebener Team, welches den Flugbetrieb ermöglicht hat.

Herbert Horbrügger