Große Flüge am 23.November 2017 !

Im März ging die Saison des Ascherslebener Leewellenpokals 2018/2019 zu Ende und am 27.04.19 wurden am Flugplatz Aschersleben, in einer gut besuchten Feierstunde, die Sieger und Pokalgewinner ausgezeichnet. Die Besonderheit in diesem Jahr war, dass auch die Teilnehmer und Gewinner der Saison 2017/2018 geehrt wurden.

Das zurückliegende Halbjahr hatte in Bezug auf gut ausfliegbare Wellenwetterlagen am Harz im Vergleich zu den vergangenen Winterhalbjahren eher wenig zu bieten, deshalb passte es gut ins Bild sich den wirklich spektakulären Flügen der vorletzten Saison zu widmen. Der entscheidende Wellentag der vorletzten Saison war der 23. November 2017 ! Hier ein kleiner Rückblick: Wellenflüge am 23.11.2017 Die Spannung der bereits in Warteposition stehenden Wellenflieger wurde fast eine Woche vor dem 23.11.17 – übrigens ein Donnerstag – durch den Wellenalarm angeheizt und die vorsichtige Langzeitprognose blieb auch die kommenden Tage bestehen, so dass mit einer guten Leewellenlage am Harz zu rechnen war. Die Vorhersage traf dann auch 100%ig ein und die prognostizierte Höhe am Harz wurde sogar um ein Vielfaches übertroffen. Dennis Krull vom SFK Magdeburg erreichte eine absolute Höhe von 6940 m und erflog sich damit den Pokalsieg in der Kategorie „Größte Höhe“. Hier sein gekürzter Bericht über den Siegerflug:
… nach dem Auskuppeln war bereits leichtes Steigen von 0,3-0,5 m/s südöstlich Flugplatz Ballenstedt erkennbar. Anders als jedoch die letzten Flüge war das Steigen konstant und es konnte bis Quedlinburg vorgeflogen werden. Der Wind traf mit 240-250 Grad direkt auf den Harz und bildete die ersten Anzeichen einer Leewelle. Ich entschloss mich in Quedlinburg noch einmal den kurzen Weg zurück nach Ballenstedt, im schwachen Steigen, zu nehmen und nicht direkt nach Wernigerode durchzugleiten. Im weiteren Verlauf habe ich mich entschlossen, von Ballenstedt aus über Quedlinburg weiter nach Nordwesten, in Richtung Brocken und Goslar vorzufliegen. Zwischen Blankenburg und Wernigerode war es bereits möglich in das Wellenfenster „Harz“ einzusteigen und das Steigen wurde auch besser. Wolfgang Lieder hatte zwischenzeitlich das Wellenfenster mit Bremen koordiniert und eine Öffnung bis FL200 erwirkt. Ab Höhe Wernigerode konnte mit gutem Steigen über 2-3 m/s bis an Flugfläche 200 herangestiegen werden, so dass der Flug dann schneller bis vor Goslar fortgesetzt werden konnte. Im gesamten Verlauf des restlichen Fluges war es dann schon fast schwer die Höhe abzubauen, damit man nicht über FL200 kommt.Wolfgang erreicht dann auf Nachfrage sogar noch eine Freigabe bis FL230 bei Bremen. Dies ermöglichte dann noch einen Aufstieg bis auf knapp 6900m. Das Steigen mit ca. 2,5 m/s wäre auch noch über FL 240 hinausgegangen. Bei -26 Grad und ca. 108 km/h Wind aus 250 Grad Richtung war die Aussicht grandios und für Thomas Schart bedeutete die höhere Freigabe sogar noch das Erreichen des Höhendiamanten von 5000m Startüberhöhung.

Nach ca. 3,5 Stunden und 350 km entschloss ich mich durchgefroren aber glücklich langsam den Rückweg nach Aschersleben anzutreten. Noch weit bis hinter Hettstedt war in ca. 2800 m leichtes Steigen zu erkennen. Im Anflug auf Aschersleben hatte sich eine schöne Lenti in Richtung Osten ausgeprägt. Erstaunlich war, dass im Anflug auf Aschersleben, zwischen dem Windpark Reinstedt und Stadt Aschersleben, wieder starkes Steigen beobachtet werden konnte aus 800 m über Grund. …

Im Bild rechts ist der Flugverlauf des Wellenfluges von Thomas Schart (Quelle: onlinecontest) dargestellt. Deutlich zu erkennen ist der bewußte „tiefe Punkt“ vor dem Aufstieg in die freigegebene Höhe ! Neben der „Diamantenhöhe“ flog Thomas Schart an diesem Tag eine beachtliche Strecke von 437 km und sicherte sich damit den Pokal „Größte Strecke“ im Wellensegelflug der Saison 2017/2018.

Thomas Schart (links) bei der Auszeichnung und Übernahme des Wanderpokals „Größte Strecke“ im Wellensegelflug der Saison 2017/2018.

In der Saison 2017/2018 wurden durch die Juroren auch zwei Sonderpreise vergeben. Die Doppelsitzer-Crew aus Aachen Frederic Hanisch und Torben Raatz erhielt den Sonderpreis der Jury für ihren fast 4 stündigen Wellenflug mit ihrem Duo Discus bei dem sie ebenfalls knapp 6900m MSL erreichten. Den zweiten Sonderpreis erhielt Sarah Drefenstedt aus Brandenburg. Sie kämpfte über 5 Stunden im Auf und Ab der Harzwellen.

Die Gewinner der Pokale und Sonderpreise der Wellensaison 2017/2018:

Nun zu den Gewinnern der Saison 2018/2019: Den Wellenpokal für die größte in den Leewellen des Harzes geflogene Strecke in der Saison 2018/2019 erhielt Michael Möker mit seinem Flug über 150 Streckenkilometer, durchgeführt am 11.11.2018. Alrik Dargel Akaflieg Dresden erreichte eine absolute Höhe von 2548 m MSL und erflog sich damit den Pokalsieg in der Kategorie „Größte Höhe“ in der Saison 2018/2019. Auch in der Saison 2018/2019 wurde durch die Juroren ein Sonderpreis vergeben. Gilbrecht Gens vom Aero Club Berlin kämpfte erstmalig knapp 3 Stunden in der Harzwelle und gewann neben dem Sonderpreis der Saison 2018/2019 auch einmalige Eindrücke vom Wellenflug im Lee des Harzes bei SW-Wind.